Ein aus einer Personenhandelsgesellschaft ausscheidender Gesellschafter erhält gem. §§ 61Abs. 2, 105 Abs. 3 HGB i.V.m. § 738 Abs. 1 Satz 2 BGB für seinen Anteil am Gesellschaftsvermögen jenen Wert, den er auch bei Auflösung der Gesellschaft und Auseinandersetzung erhalten würde.

Nach herrschender Meinung hat der Gesellschafter einen Abfindungsanspruch in Höhe des vollen wirtschaftlichen Werts (Verkehrswerts) seines Anteils, sofern der Gesellschaftsvertrag keine abweichende Vereinbarung (Abfindungsklausel) enthält. Entgegen dem missverständlichen Gesetzeswortlaut ist nicht ein Liquidationswert der zum Unternehmen gehörenden Vermögensgegenstände anzusetzen, sondern der Wert, den ein Erwerber für das fortzuführende Unternehmen gewöhnlich zahlen würde.

Vielfach sind in Gesellschaftsverträgen bestimmte Regelungen zur Ermittlung des Abfindungsanspruchs vorgesehen, die vorrangig zu beachten sind. Solche Abfindungsklauseln finden ihre Grenzen im Gläubiger- sowie im Gesellschafterschutz. So greift insb. das Verbot sittenwidriger Geschäfte, sofern von vornherein ein grobes Missverhältnis zwischen vertraglichem Abfindungswert und tatsächlichem Anteilswert besteht. Wir verweisen auch auf unseren Beitrag „Wirtschaftliche und rechtliche Aspekte gesellschaftsvertraglicher Abfindungsregelungen“.

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In der hohen Komplexität der gesetzlichen Regelungen zum Mehrwertsteuersystem kommt es immer mehr zu einem Ping-Pong-Spiel zwischen Gesetzgeber, Finanzverwaltung, Rechtsprechung und EU-Recht. Aktuell wird dies an den nachfolgend beschriebenen zwei Beispielen sehr deutlich.

Wir hatten erst kürzlich darüber berichtet, dass EuGH und BFH mehr Rechtssicherheit beim Vorsteuerabzug im Zusammenhang mit Rechnungskorrekturen geschaffen haben. Nun hat das BMF hierauf reagiert und am 15.10.2018 einen Entwurf eines Schreibens vorgelegt. Hierin beabsichtigt das BMF zwar die geänderte Sicht des BFH, die dem EuGH folgend teilweise eine rückwirkende Rechnungsberichtigung für Zwecke des Vorsteuerabzugs zulässt, grundsätzlich zu gestatten. Allerdings wird das BMF auch einige Hürden aufstellen.

Ein weiteres Dauerthema in der Diskussion ist „Reverse-Charge beim Bauträger“. Nun verwirft der BFH in einem aktuellen Urteil vom 27.09.2018 (V R 49/17) eine Kernaussage aus dem jüngsten BMF-Schreiben vom 26.07.2017.

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Nach Abschluss eines Insolvenzverfahrens hat eine Verrechnung von Gewinnen und Verlusten des gesamten Liquidationszeitraumes ohne Berücksichtigung der Verlustverrechnungsbeschränkung zu erfolgen.
Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 18.09.2018 (6 K 454/15 K) entschieden, dass nach Abschluss eines Insolvenzverfahrens Zwischenveranlagungen aufzuheben sind und eine Verrechnung von Gewinnen und Verlusten des gesamten Liquidationszeitraumes ohne Berücksichtigung der Verlustverrechnungsbeschränkung nach der sog. Mindestbesteuerung zu erfolgen hat.

Vor dem FG Düsseldorf ging es um die Klage eines Insolvenzverwalters einer GmbH. Über die Gesellschaft war das Insolvenzverfahren 2003 eröffnet worden. Der Insolvenzverwalter hatte die Schlussbilanz 2015 erstellt und 2017 wurde das Insolvenzverfahren aufgehoben. Das Finanzamt hatte zunächst die Körperschaftssteuer für den Veranlagungszeitraum 2003 bis 2005 festgesetzt und berücksichtigte dabei den Grundabzugsbetrag in Höhe von 1 Million Euro nach der Mindestbesteuerung nur einmal. Für die Folgejahre setzte das Finanzamt die Körperschaftssteuer jährlich fest. Der Insolvenzverwalter beantragte 2018 die Aufhebung der Veranlagungen und den Erlass eines Körperschaftssteuerbescheids für den Abwicklungszeitraum von 2003 bis 2015. Dabei sollte die Steuer ohne die Mindestbesteuerungsregelung berechnet werden. Das Finanzamt lehnte ab.

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Einbringungsgewinne nach § 22 UmwStG können von der Gewerbesteuer freigestellt sein.
Bei Umwandlungen ist sie regelmäßig zu beachten, wenn sachlich gewerbesteuerpflichtige Betriebe beteiligt sind. Dementsprechend regelt das Umwandlungssteuergesetz auch Folgen bei der Gewerbesteuer. Durch § 18 Abs. 3 UmwStG hat der Gesetzgeber sogar eine besondere umwandlungssteuerrechtliche Sperrfrist nur für Gewerbesteuerzwecke geschaffen.
Bei den Einbringungen der §§ 20 ff. UmwStG ist der gewerbesteuerliche Aufgriff nicht umfassend vorgeschrieben. Vielmehr folgt hier aus § 7 Satz 1 GewStG, dass dem Grunde nach demselben Ansatz wie bei Einkommen- oder Körperschaftsteuer erfolgen soll. Schwierigkeiten bei Einbringungen bieten sich z.B. regelmäßig, wenn diese mit gewerbesteuerlichen Verlusten zusammentreffen. Insofern hat der Gesetzgeber mit § 23 Abs. 5 UmwStG isoliert einen Aspekt des Problemkomplexes „Einbringung und Gewerbesteuer“ geregelt.
Schwierig und umstritten ist der Aufgriff für Zwecke der Gewerbesteuer bei Verletzung der Sperrfristen des § 22 UmwStG. Nach § 22 Abs. 1 UmwStG muss der „Einbringende“ eines Betriebs, Teilbetriebs oder Mitunternehmeranteils die erhaltenen Anteile sieben Jahre lang behalten. Verletzt er diese Sperrfrist, wird er rückwirkend auf den Einbringungszeitpunkt so besteuert, als ob er zum gemeinen Wert eingebracht hätte. Mit größerem zeitlichem Abstand von der Einbringung wird der Effekt zwar durch eine „Siebtelung“ des „Einbringungsgewinns I“ kleiner. Dennoch ist die rückwirkende Besteuerung bereits einkommen- oder körperschaftsteuerlich ein spürbares Hindernis für die Steuerplanung.

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Mitte Oktober ist unser Partner Daniel W. Flade zum Finanzvorstand/Schatzmeister des Basketballvereins NINERS Chemnitz e.V. gewählt worden. Er verstärkt den Vorstand um die Präsidentin Dr. Micaela Schönherr, den Vizepräsidenten Sven Böttger sowie seine Vorgängerin Marion Arnold-Sittig, die sich als Bereichsvorstand künftig um die Integration aller Sportler (Volleyballer, Rollstuhlbasketballer, Cheerleader) im Verein kümmern wird. Mit seiner Expertise als Wirtschaftsprüfer und seinem Netzwerk in der Region Chemnitz und darüber hinaus wird er sich zum Wohle des Vereins einbringen und vor allem dafür sorgen, dass die Finanzen in Ordnung bleiben und so der Sport auch zukünftig im Mittelpunkt stehen kann.

 

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Im Rahmen der Restrukturierung eines Unternehmens in der Krise ist der Beitritt eines neuen Investors häufig ein wesentlicher Baustein für ein erfolgreiches Sanierungskonzept. Die häufigsten Fälle, in denen das Sanierungsprivileg nach § 39 Abs. 4 Satz 2 InsO zur Anwendung kommt, sind die Beteiligung eines Gläubigers an einem Unternehmen in der Sanierung.


Das kann zum Beispiel durch eine Bank erfolgen, die bereits dem Unternehmen mit Darlehen zur Verfügung steht und im Rahmen eines Debt-Equity-Swaps Fremdkapital in Eigenkapital umwandelt. Auch kann sich ein Investor darauf berufen, der sowohl eine Beteiligung erwirbt als auch frisches Geld durch Bereitstellung eines Darlehens in das Unternehmen gibt.

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